Von der Weintraube zum Moselwein


Nachdem im vorherigen Kapitel der Weg von der Weinrebe zur Weintraube beschrieben wurde, möchten wir Ihnen nun aufzeigen, wie aus den Weintrauben unser Moselwein entsteht.

Die Traubenlese
Natürlich müssen die Weintrauben bevor sie zu Wein verarbeitet werden können zuerst einmal geerntet werden. Nach der Arbeit, die das ganze Jahr über im Weinberg stattgefunden hat, ist dies nun der spannendste Zeitpunkt für uns Winzer, da nun das Ergebnis dieser Arbeit betrachtet werden kann und sich zeigt ob Wetter, Bearbeitung und die Abpassung des richtigen Zeitpunkts der Traubenlese zu einem tollen Moselwein führt.
Die Traubenlese findet im Herbst statt und zieht sich meist von Ende September bis Mitte/Ende Oktober. Wann geerntet wird hängt neben Wetter auch von der Weinrebsorte ab, da zum Beispiel die Rebsorte Riesling eine längere Reifezeit benötigt und gerade dann hohe Mostgewichte erzielt.
Die Weintrauben aus dem Weinberg zu pflücken ist jedoch nicht nur die spannendste Zeit im Jahr für einen Winzer, sondern auch die anstrengendste Zeit, denn die Weintrauben kennen Arbeitszeiten, sodass hier ein 12 Stunden Tag keine Seltenheit ist. Wie ein solcher Tag aussehen kann, möchten wir Ihnen kurz darstellen:

Alles startet in der Morgendämmerung mit der Vorbereitung der Traubenlese in einem bestimmten Weinberg. Die Scheren, um die Weintrauben von den Stöcken zu schneiden werden geschärft, die Kisten, in welchen die Trauben gesammelt werden, werden auf den Anhänger, welcher am Traktor hängt, positioniert und auch die Verpflegung wird eingepackt. Außerdem gilt bei der Traubenlese, das Motto, dass die ganze Familie mit anpacken muss und zudem noch weitere Helfer, um die Traubenlese meistern zu können. Nachdem die Vorbereitungen getroffen wurden und sich alle Helfer versammelt haben, rückt der Zug der aus Traktor mit Traubenwagen, in welchem alle Weintrauben gesammelt werden und zusätzlichem Anhänger, in dem Kisten und Helfer untergebracht sind vom Hof unseres Weinguts ab.
Im Weinberg angekommen, kann es dann losgehen mit dem Pflücken der Trauben. Der Weinberg, welcher aus vielen langen nebeneinanderstehenden Reihen, in denen jeweils die Weinreben hintereinander angeordnet sind, wird pro Reihe mit zwei Personen bearbeitet, welche von beiden Seiten der Zeile die Weintrauben ernten und die reifen Weintrauben in die Kisten werfen. Per Seilwinde werden die vollen Kisten dann nach oben aus der Reihe zum Traktor gezogen und per Hand in den Traubenwagen gekippt. Dies geschieht, natürlich mit der ein oder anderen Pause, so lange bis der Weinberg fertig geerntet wurde oder die Dämmerung eintritt. Doch danach ist der Tag für den Winzer noch lange nicht vorbei.
Die gelesenen Weintrauben, werden nachdem sie am Weingut angekommen sind dort direkt weiter verarbeitet und vom Traubenwagen in den Kelter gepumpt. Hier wird der Most gewonnen, aus dem die Moselweine hergestellt werden. Der Kelter presst schonend den Saft aus den Weintrauben und fängt den Most in einem Auffangbehälter auf. Aus diesem wird der Saft dann zum nächsten Verarbeitungsschritt über eine Schlauchleitung in den Weinkeller gepumpt. Hier geht dann die Verarbeitung zum Wein weiter.

Die Verarbeitung des Mosts im Weinkeller
Die Herstellung des Moselweins geht im Weinkeller weiter und startet hier mit der Gärung. Diese wandelt den Zucker in Alkohol um und lässt den Most zu Wein werden. Es ist wichtig den Gärungsprozess langsam aber stetig von Statten gehen zu lassen, da so viele Aromastoffe gespeichert werden können und sich dies beim fertigen Moselwein wiederspiegelt. Aus diesem Grund wird der Wein gekühlt, was die Gärung verlangsamt. Wäre der am gärende Wein zu warm, würde zu viel CO2 entstehen, welches aus dem Tank entweicht und die Aromastoffe, die eigentlich dem Wein erhalten bleiben sollen, mit austrägt.
Wenn im Laufe dieses Prozesses der Moselwein den gewünschten Restzuckergehalt erreicht hat, kann die Gärung durch verstärkte Kühlung oder durch Filtration abgebrochen werden. Im Anschluss daran wird der Wein mit Schwefel behandelt, um eine Oxidation beziehungsweise ein erneutes Angären zu verhindern. Abschließend ist der Moselwein dann nach einer erneuten Filtration füllfertig. Die Abfüllung geschieht dann meist im Frühjahr auf unserem Weingut mit einer eigenen Füllstraße. Danach sind die Weine bereit zur Auslieferung.